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#9 Fotografieren in der "blauen Stunde"

Die blaue Stunde beginnt in der Dämmerung nach Sonnenuntergang bis zum nächtlichen Eindunkeln. In diesem Zeitfenster findet man sehr schöne Lichtstimmungen vor. Fotografiere Landschaften oder auch Städte, wenn die ersten Lichter in den Häuser angehen, in dieser Stunde, und du wirst feststellen wie deine Fotos deutlich interessanter werden.

Erfahre in diesem Bericht auf was du in der blauen Stunde achten musst und welche Kameraeinstellungen zu wählen sind.

Fotografie Blaue Stunde Zugersee
Kamera: Canon 5d Mark II - Objektiv: 24-105mm f/4.0 L IS USM - Einstellungen: 24mm, f/22, 15 Sek., ISO 100, Fokus manuell

Beschreibung

Als blaue Stunde wird das Zeitfenster zwischen der Dämmerung nach Sonnenuntergang bis zum nächtlichen Eindunkeln bezeichnet. In diesem Zeitfenster wirken die Farben in einem schönen Blauton - der perfekte Moment um Landschaften und Städte zu fotografieren. Man kann zu diesem Zeitpunkt auch schöne Portraits fotografieren, setzt dazu einen Blitz als Aufheller ein. Wie meist in der Landschaftsfotografie ist ein Wolkenhimmel interessanter als ein wolkenfreier Himmel. Wer noch mehr künstlerischen Effekt ins Bild bringen will, setzt in diesem Zeitfenster einen ND-Filter ein. Dadurch verlängern sich die Verschlusszeiten deutlich und der Wolkenhimmel wirkt magisch!

Aufnahmetechnik und Kameraeinstellungen in der blauen Stunde

Nachfolgend erkläre ich Euch in 3 Schritten, wie ich das Titelbild oben erstellt habe. Es gibt nicht "das Rezept", aber wenn Ihr gleich vorgeht, solltet Ihr tolle Ergebnisse erzielen.

1. Bildaufbau


  • Da die Lichtverhältnisse in der Blauen Stunde bereits schwächer sind, lohnt sich der Einsatz eines Stativs resp. ist i.d.R. Pflicht.
  • Beachte, wenn möglich einige Regeln aus der Lektion "Bildaufbau"
  • Gedanken zur Bildkomposition: Soll das Wasser scharf abgebildet sein (z.B. Wellen und Wasserspritzer erkennbar), wähle ich eine kurze Verschlusszeit. Soll das Wasser milchig und neblig aussehen, wähle ich eine längere Verschlusszeit.

2. Objektiv & Fokus


  • In der Landschaftsfotografie setzt man i.d.R. weitwinklige Objektive ein, hier verwendete ich das das Canon 24-105mm f/4.0 L IS USM, das Standard-Kit-Objektiv, Brennweite 24mm.
  • Fokus: Manuell auf unendlich. Im  Live-View habe ich 10x hinein gezoomt um zu prüfen, ob das Bild durchgehend scharf fokussiert ist. Siehe auch Lektion "scharf fokussieren".
  • Um längere Verschlusszeiten zu erlangen erwägte ich den Einsatz eines Graufilters (z.B. ND8), da es aber bereits stark dämmerte entschied ich mich für die kleinste Blende (f/22). Damit erreichte ich ebenfalls Verschlusszeiten von 10-20 Sekunden.

3. Einstellungen


  • Aufnahmemodus: AV
    (Zeitautomatik)
  • Brennweite: 24mm
  • Optimale Blende: f/8 - f/16
  • Verschlusszeit: 1-30 Sek.
    (legt die Kamera fest in der Zeitautomatik)
  • ISO: 100 (fällt die Verschlusszeit zu lange aus, kann ich den ISO-Wert stufenweise erhöhen)
  • Wichtig: Ausgelöst wurde mit 2 sek. Verzögerung, damit die Kamera möglichst wackelfrei bleibt.
  • Alternativ wäre die Auslösung mittels Funk- oder Handauslöser möglich.

Beispiele: Unterwegs in der blauen Stunde in Rom

Erstelldatum: 30.11.2017 | Letzte Aktualisierung: 28.02.2018

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