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Fotoausrüstung für Einsteiger

Du möchtest dir eine neue Kamera kaufen? Es darf eine Spiegelreflexkamera sein, damit du auf die Bildgestaltung mehr Einfluss nehmen kannst? Dir ist egal, ob der Hersteller Canon, Nikon, Sony etc. heisst? Du wirst die Fotografie nicht zu deinem Haupthobby ernennen, dennoch möchtest du in Zukunft traumhafte Fotos in deinem Urlaub schiessen? Hier einige Empfehlungen für Fotografie-Einsteiger, die nur mal so nebenbei ein paar tolle Bilder schiessen wollen.

 

Information:

Dieser Bericht enthält Affiliate-Links* (Erklärung dazu ganz unten)

Produkteempfehlung Fotoausrüstung für Einsteiger
Mögliche Fotoausrüstung für Einsteiger

Die beste Fotoausrüstung für Einsteiger


Definiere zuerst deine Ziele

Ich will hier keinen wissenschaftlichen Exkurs machen, aber bevor du dir eine neue Ausrüstung kaufst, solltest du dir zumindest im Klaren sein, wozu du deine neue Ausrüstung einsetzen willst? Warum willst du überhaupt eine Investition in eine Fotoausrüstung tätigen? Smartphones verfügen heute über top Kameras, die für ein paar Schnappschüsse in den Ferien längst ausreichen. Die Kameras von Smartphones gelangen jedoch an ihre Grenzen. Welchen Bereich der Fotografie kannst du mit deinem Smartphone heute nicht abdecken? Du willst z.B. nachts den Sternenhimmel fotografieren oder in der Natur Makroaufnahmen von Blumen und Insekten machen? Dann ist der Zeitpunkt reif, um eine Systemkamera zu erwerben. Nun gilt es noch folgende Frage zu klären: Fall a) Willst du lediglich nebenbei ein paar Fotos schiessen? oder Fall b) willst du entschlossen in die Fotografie einsteigen, damit eventual mal Geld verdienen wollen?

Nachfolgend stellen wir eine preiswerte Fotoausrüstung für den Fall a) zusammen. Solltest du dich zur ambitionierten Gruppe zählen, findest du eine Produktemempfehlung im nächsten Bericht "Fotografieausrüstung für ambitionierte Fotografen".

Lege ein Budget fest

Lege in einem zweiten Schritt dein Budget fest. Ganz günstige Einsteiger-Kits erhältst du z.B. mit dem Modell Canon 1300D bereits ab Fr. 399.- / € 349.-. Grosse Beliebtheit geniessen heute die kleinen und leistungsfähigen Systemkameras von Sony. Wenn du nicht zwingend das neuste Modell erwerben möchtest, bist du mit der Sony a6000 inkl. 2 Objektiven sehr gut bedient.

Remo's Empfehlung: Die Kamera

Ich bin überzeugt, dass alle Anbieter wie Sony, Canon, Nikon & Co. heutzutage top Produkte auf den Markt bringen. Die verschiedenen Marken hier gegeneinander auszuspielen, wäre sinnlos. Entscheide letztlich selbst, für welchen Brand du am meisten Sympathien hast. Bei meinem ersten Kamera-Kauf landete mein Griff damals planlos im Canon-Regal, es war eine Canon 450D-Einsteigerkamera mit Kitobjektiv. Seither fotografiere ich zufrieden mit Canon. Zwischenzeitlich habe ich jedoch in eine professionelle Ausrüstung investiert. Das bedeutet aber nicht, dass ich heute einem Einsteiger kategorisch Canon-Produkte empfehlen würde. Vor einem Jahr kaufte ich meine erste Sony-Kamera, eine a7RII. Mal abgesehen davon, dass ich mich an eine neue Menüführung gewöhnen und mir neue Objektiv kaufen musste, bin ich äusserst beeindruckt von diesem Sony-Produkt. Würde ich heute bei Null beginnen, würde ich vermutlich beim Kamera-Body Sony wählen.

Nikon D3400
Bsp. Nikon-Kamera für ambitionierte Einsteiger
Canon 750D
Bsp. Canon-Kamera für ambitionierte Einsteiger

Wenn du jetzt einen klaren Kauftipp sowie einen Vergleich aller Kamerahersteller von mir erwartet hättest, muss ich dich leider enttäuschen. Dazu findst du aber viele Berichte im Internet. Meine Empfehlungen zielen in eine andere Richtung:

Kaufe das zweitgünstigste Modell

Tipp 1) Kaufe dir nicht das billigste und einfachste Einsteigermodell von deinem Lieblingshersteller, sondern kaufe das nächst teure und etwas weiterentwickelte Modell. Sollte dich die Fotografie packen, bist du nicht gleich gezwungen, den Kamerabody auszutauschen. Im direkten Vergleich wirst du zudem spüren, dass sich diese Modelle haptisch wertiger anfühlen, robuster sind und bereits über mehr Funktionsumfang verfügen. Bei Canon-Kameras gilt, je höher die Nummer des Modells, desto eher ist sie dem Einsteiger-Segment zuzuordnen. Konkret ist die Canon 1300D preiswerter und einfacher entwickelt als eine Canon 800D. Noch einen Stufe besser wäre dann eine Canon 80D. Bei einstelligen Modellbezeichnungen bewegen wir uns im (Semi-)Profi-Bereich.

Kaufe das zweitneuste Modell

Tipp 2) Kaufe nicht das neuste Modell, sondern den Vorgänger von der gleichen Serie. Du profitierst dabei von einem spürbaren Preisnachlass und kannst dir dadurch z.B. mehr Zubehör leisten. Vergleiche bitte mal bei deinem Händler des Vertrauens Modelle einer bestimmten Serie, z.B. die Canon-Serie mit den hunderter-Nummern, also eine Canon 800D mit dem Vorgänger Canon 750D. Die technische Entwicklung des Modells wird zwar bestimmt stattgefunden haben, aber letztlich nicht massgebend sein, ob du gute oder weniger gute Fotos machst. Weiter empfehle ich dir, nur den Body zu kaufen, dafür mit dem ersparten Betrag in ein tolles Objektiv zu investieren. Zu den Objektiven kommen wir nun.


Remo's Empfehlung: Das Objektiv

In der Regel kaufen Einsteiger ein Kamera-Kit, das bedeutet ein Objektiv wird, z.B. mit Brennweite 18-55mm, gleich mitgeliefert. Das ist grundsätzlich nicht schlecht für den Start, weil man gleich mit der Fotografie loslegen kann. Man sollte sich einfach bewusst sein, dass diese Objektive nicht sehr lichtstark sind. Die Lichtstärke des Objektivs wird immer mit der Zahl f/x angegeben. So liegen Kit-Objektive ungefähr bei einem Wert von f/3.5 - 5.6, lichtstarke Objektive hingegen haben Blendenwerte zwischen f/1.2 bis ca. f/2.8. Möchtest du Portraits mit schön unscharfen Hintergründen oder nachts die Milchstrasse fotografieren wollen, wirst du mit einem Kit-Objektiven eher an Grenzen stossen. Lichtstarke Objektive müssen nicht zwingend viel teuer sein. Bestes Beispiel ist die Canon 50mm f/1.8 Linse, die es bereits für etwas mehr als Fr./€ 110.- zu haben gibt. Canon hat insgesamt 3 verschiedenen Auführungen im Bereich 50mm, schaue dir dazu nachfolgendes Beispiel von unterschiedlich lichtstarken Objektiven an:

Canon 50mm f/1.8

ca. € 110.-

Canon 50mm f/1.8
Canon 50mm f/1.8

Canon 50mm f/1.4

ca. € 350.-

Canon 50mm f/1.4
Canon 50mm f/1.4

Canon 50mm f/1.2

ca. € 1'750.-

Canon 50mm f/1.2
Canon 50mm f/1.2

Tipp 3) Leiste dir ein preiswertes Festbrennweiten-Objektiv, dass zu deinem Einsatzbereich am besten passt. Beispiele für den Einsatzbereich:

Remo's Empfehlung: Das Zubehör (Akkus, Speicherkarten, Stative etc.)

Meine wichtigste Empfehlung und damit zu Tipp 4) Investiere etwas Geld in dein Zubehör, dieses wirst du nachhaltig einsetzen können:

  • Ersatz-Akkus: Es lohnt sich, jeweils mindestens einen Ersatzakku dabei zu haben. Stell dir vor, da bist du unterwegs auf Reisen an traumhaften abgelegenen Orten oder bewanderst mit viel Aufwand einen Berggipfel, und dann stellt man fest, dass der Akku leer ist. An diesem Punkt darf es nicht scheitern! Wenn dein Budget beschränkt ist, empfehle ich dir nicht zwingend die teureren Originalakkus zu kaufen, sondern günstigere Modelle von Fremdanbietern. Z.B. produziert Patona gute Akkus für alle Kameramarken.
Canon Ersatzakku
Canon Ersatzakku

Ersatz-Akkus: Es lohnt sich, jeweils mindestens einen Ersatzakku dabei zu haben. Stell dir vor, da bist du unterwegs auf Reisen an traumhaften abgelegenen Orten oder bewanderst mit viel Aufwand einen Berggipfel, und dann stellt man fest, dass der Akku leer ist. An diesem Punkt darf es nicht scheitern! Wenn dein Budget beschränkt ist, empfehle ich dir nicht zwingend die teureren Originalakkus zu kaufen, sondern günstigere Modelle von Fremdanbietern. Z.B. produziert Patona gute Akkus für alle Kameramarken. Bei ganz günstigen Modellen kann es sein, dass die Kamera die Batterieanzeige nicht wiedergibt - auf die Stromversorgung hat dies keinen Einfluss, du kannst optisch einfach nicht ablesen, wie lange dein Akku noch hält. Lese dazu die Herstellerangaben in der Produktebeschreibung - bei den meisten Produkten von Fremdanbietern wurde dieser Schönheitsfehler unterdessen korrigiert.


Speicherkarte Fotografie
SanDisk SD-Speicherkarte

Speicherkarten: Sind genau gleich wichtig wie die Akkus. Der Speicher darf nicht ausgehen! Heute kostet Speichermenge auch im Vergleich zu früher viel weniger. Meine Empfehlung: a) Kaufe gute, schnelle, professionelle Speicherkarten! und b) Wenn du z.B. 32GB Speicherplatz benötigst, dann kaufe besser 4 Karten à 8GB oder 2 Karten à 16GB, anstelle von einer Speicherkarte mit 32GB. Sollte mal eine Speicherkarte einen Defekt aufweisen, hast du das Risiko alle Fotos zu verlieren etwas reduziert. Bei Speicherkarten gibt es bei mir nur einen Hersteller: Die ExtremePRO von San Disk.


Western Digital Externe Festplatte
WD Externe Festplatte

Mobile Festplatten: Solltest du für längere Zeit unterwegs sein, vergiss nicht deine Daten entweder auf der Harddisk deines Notebooks (sofern du dies mitnimmst) oder auf einer mobilen Festplatten wie jene von Western Digital mit integriertem SD-Karten-Slot zwischenzuspeichern. Wenn ich reise, speichere ich meine Fotos sowohl auf dem MacBook als auch auf dem mobilen Laufwerk!


Manfrotto BeFree
Manfrotto BeFree

Stativ: Auch wenn du ganz am Beginn deiner grossen Fotokarriere stehst und den Nutzen auf den ersten Blick noch nicht ganz erkennen magst, investiere in ein gutes Stativ! Wie in der Lektion beschrieben, wirst du mit einem Stativ viel bewusster fotografieren. Dazu gibt es Aufnahmesituationen wo ein Stativ unumgänglich ist. Unterwegs auf Reisen oder in den Bergen zählt der Faktor Gewicht, daher empfehle ich dir ein leichtes Stativ. Das Reisestativ Cullmann Mundo ist extra dazu entwickelt worden. Mein absoluter Favorit - auch wenn ich mehr Gewicht mittrage - ist das Manfrotto BeFree (persönlich habe ich die Carbon Version, die ist noch geringfügig etwas leichter).


Joby Gorillapod
Joby Gorillapod

Stativ - Die leichtere Alternative: Bei wem die Fotografie beim Reisen noch nicht im Zentrum steht, muss nicht zwingend ein schweres (> 1kg) "Monster-Stativ" mitnehmen. Bei kurzen Trips nehme ich selber nur mein Joby Gorillapod mit. Dieses kann auch mal unkonventionell z.B. an einem Geländer befestigt werden. Achte bei der Wahl auf die Gewichtsangabe! Die Bezeichnung "3K" bedeutet, dass das Stativ ein Gewicht von max. 3 Kilogramm tragen mag. Dies reicht bei Einsteigerkameras inkl. Kitobjektiv bestens.


* Was bedeutet Affiliate?

Affiliate-Systeme (engl. affiliate = angliedern) sind internetgestützte Vertriebsarten, bei denen ein kommerzieller Anbieter seine Vertriebspartner durch Provisionen vergütet. Bei einem Kaufentscheid über einen Affiliate-Link kann es sein, dass der Verkäufer (jedoch nicht der Produkte-Hersteller!) an www.fotoremo.ch eine Provision entrichtet. Ihr als Käufer bezahlt dadurch keinen höheren Preis. Ihr unterstützt dabei www.fotoremo.ch indirekt, um die Umtriebe und Aufwände für die Gestaltung/ Entwicklung der Website, Berichte zu entschädigen.

Erstelldatum: 23.02.2018 | Letzte Aktualisierung: 27.02.2018

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Kommentare: 1
  • #1

    Nicki (Sonntag, 11 März 2018 13:24)

    Ich muss sagen, ich bin glücklich und erleichtert. Mir hat es zur Verständnis geholfen und ich bin nicht mehr ganz so über fordert mit den möglichen Einstellungen der Cam :) vielen dank!