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Reiseprogramm: Lofoten im Winter (Feb. 2018)

Unser Reiseverlauf dauerte 7 kurze Tage. Reisezeit war im Februar 2018. Wir flogen am Samstag von Zürich direkt nach Tromsø mit Helvetic Airways. Von Tromsø ging es mit dem Hurtigruten-Postschiff nach Svolvær. Da mieteten wir ein Auto um die Lofoten zu erkunden. Wir übernachteten in Henningsvær, Reine und in Leknes, von diesen Orten aus erreichten wir in kurzen Fahrzeiten die schönsten Gegenden der Lofoten. Am Donnerstagabend ging es per Inlandflug bereits zurück nach Tromsø, wo noch diverse Ausflüge anstanden. Am Samstag stand der Heimflug nach Zürich auf dem Plan. Es war meine erste Lofotenreise im Winter, entsprechend war natürlich die Hoffnung gross, das erste mal im Leben Polarlichter mit eigenen Augen zu sehen. Erfahre mehr über unseren Reiseverlauf in diesem Bericht.

Winterreise zu den Lofoten und den Polarlichtern
Ja, wir haben Nordlichter gesehen, aber...

Lofoten im Winter - Der Reiseverlauf


Samstag

Tag 1

  • Mittels Helvetic Airways-Direktflug (Link) flogen wir von Zürich nach Tromsø. Der Service an Board war sensationell gut. Unser Kabinenpersonal war äusserst freundlich und aufgestellt. Mit dem Taxi gings vom Flughafen in das Stadtzentrum.
  • Im Hotel Radisson Blu durften wir unsere Koffer deponieren (da wir am Ende der Lofotenwoche eine Nacht im Hotel gebucht haben, war die auf freundliches Anfragen kein Problem).
  • Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus) fuhren wir bis zur Talstation der Seilbahn Fjellheisen. Nach kurzer Zeit erreichten wir den "Hausberg" von Tromsø, den Storsteinen. Es war bereits gegen 16:00 Uhr, d.h. die Stadt Tromsø lag uns in der Dämmerungsphase zu Füssen, und schon sehr bald wurde es stockdunkel.
  • Nach einem aufwärmenden kühlen Bier im Bergrestaurant kehrten wir ca. um 22:00 Uhr wiederum mit dem Bus zurück in die Stadt.
  • Nachdem wir unsere Koffer im Hotel abgeholt haben, lief auch bereits die MS Nordlys der Hurtigruten in den Hafen ein. Gebucht haben wir übrigens unsere Schifffahrt direkt bei Hurtigruten unter Rubrik "von Hafen zu Hafen" (Link).
  • Hurtigruten-Boarding: Nach dem raschen Kabinenbezug verweilten wir bis zum Auslaufen des Schiffs noch etwas Zeit auf Deck und beobachteten das Treiben im Hafen.
  • Es war bereits deutlich nach Mitternacht, endlich ging es unter die warme Decke und wir gönnten uns ein paar Stunden Schlaf.
Ankunft in Tromsø, nach einem wunderbaren Direktflug ab Zürich
Ankunft auf eisiger Piste in Tromsø, nach einem wunderbaren Direktflug ab Zürich

Sonntag

Tag 2

  • Ich stellte meinen Wecker auf 06:00 Uhr, es war noch stockdunkel! Vom Tagesanbruch auf Schiff wollte ich keine Minute verpassen.
  • Frühstück auf den Hurtigruten: Wir suchten uns ein tolles Plätzchen am Fenster mit direkter Sicht auf die Fjordlandschaften und genossen die leckeren Speisen des umfangreichen Buffets.
  • Zurück im Zimmer zog ich mich dann dermassen warm an, als würden wir gleich zu einer Antarktis-Expedition aufbrechen. Wir wollten so viel Zeit wie möglich auf Deck an der freien Luft verbringen, die Temperaturen draussen waren eiskalt und ein rauer Wind zog über das Schiff, von daher war es notwendig sich äusserst warm und wetterfest anzuziehen.
  • Wir verbrachten mehrheitlich den ganzen Tag auf dem Schiff, abends um ca. 20:00 Uhr erreichten wir den Hafen von Svolvær. Das Abenteuer "Lofoten entdecken und Polarlichter jagen" konnte beginnen!
  • Mietauto abholen (Affiliate-Link zum Mietwagenvermittler "Billiger-Mietwagen"): Eigentlich war in unserem Mietvertrag als Pick-up-Station der Flughafen von Svolvær angegeben. Geplant war, mit einem Taxi zum Flughafen zu verschieben um das Auto dort abzuholen. Dann erkannten wir direkt beim Hafen eine Hertz-Filiale. Wir erkundigten uns kurz betreffend dem Ablauf. Die beiden Herren waren äusserst freundlich und hilfsbereit, erledigten in Kürze die Formalitäten und chauffierten uns anschliessend gleich selber zum Flughafen und unserem Mietauto. Wir erhielten einen VW Tiguan 4x4, die Winterräder waren mit Spikes ausgestattet und das Auto verfügte weiter über eine Standheizung.
  • Von Svolvær fuhren wir noch am selben Abend nach Henningsvær, da logierten wir im Hotel "Lofoten Arctic" (Link) mitten im Dorfkern. Nach einem letzten "Polarlichter-Check" - der Himmel war stark mit Wolken bedeckt - gönnten wir uns ein paar Stunden Schlaf. Für die Anfahrt nach Reine am nächsten Tag wollten wir erholt sein.
Aussicht vom Storsteinen auf die Stadt Tromsø
Aussicht vom Storsteinen auf die Stadt Tromsø

Montag

Tag 3

  • Erneut standen wir früh morgens auf. Wir haben uns vorgenommen, zum Zeitpunkt des Sonnenaufgangs mit unseren Kameras bereit zu stehen. Dabei haben wir aber mit zwei Faktoren nicht gerechnet: 1. Draussen war das Wetter unverändert unbeständig. Ein Mischung von Nebel, (Eis-)Regen, starkem Wind und dunklen Wolken empfing uns vor der Hoteltür. Und 2. Stichwort "Sonnenaufgang" ...naja, ein genauer Zeitpunkt dafür gibt es im Winter nicht. Sonnenaufgänge können sich im Winter über Stunden hinwegziehen (umgekehrt gilt dies auch für Sonnenuntergänge), die Dämmerung dauert eine gefühlte Ewigkeit.
  • Bei garstigem Wetter liessen wir es uns trotzdem nicht entgehen, das wunderschöne Fischer-dörfchen Henningsvær zu erkunden.
  • Kurz vor Mittag machten wir uns auf den Weg nach Reine. Die Fahrzeit von Henningsvær nach Reine dürfte bei normalen Witterungsverhältnissen ca. 2 Stunden dauern. Nicht so bei uns! Wir benötigten ca. 6 Stunden!
  • Was war passiert? Nichts! Schuld für unser langsames Vorankommen war nicht etwa das Wetter, sondern die traumhafte Lofotenlandschaft. Trotz katastrophalem Wetter fuhren wir kaum fünf Minuten am Stück, haben angehalten und wieder minutenlang fotografiert, und dieser Ablauf wiederholte sich zigmal.
  • Als wir abends in Reine bei unserem Hotel ankamen, war unsere Ausrüstung (Kamera, Kleider etc.) komplett durchgenässt und wir hatten den ganzen Tag an Händen und Füssen gefroren! Die Fotoausrüstung war vom Dauerregen dermassen nass, dass wir beim nächsten Supermarkt ein paar Packungen Reis kaufen und Kamera sowie Objektive über die Nacht im Reis zur Trocknung einlagern mussten! (dieser Trick funktioniert bestens!)
  • Die nächsten zwei Nächte verbrachten wir in Reine, in den legendären "Reine Rorbuer" (Link), das sind die bezaubernden roten Fischerhütten, welche Reine zum bekannten Postkartenmotiv machten.
  • Und wie könnte der Tag nach ein paar aufwärmenden kühlen Bierchen enden? Exakt, mit dem Polarlichter-Check! Stunde um Stunde - letztmals um 2 Uhr morgens, begaben wir uns auf die Terrasse nach draussen, schwenkten unsere Köpfe zum Nachthimmel hoch. Doch auch in Reine hielt der Wetterbericht was er versprach: Wolken, Wolken, Wolken...!
Mit dem Auto unterwegs auf den Lofoten
Mit dem Auto unterwegs auf den Lofoten

Dienstag

Tag 4

  • Zum Start in den neuen Tag liessen wir es uns am üppigen Reine-Rorbuer-Frühstückbuffet so richtig gut gehen! Kaminfeuer sorgte für gemütliche Stimmung. Und während wir einige Tassen Kaffee schlürften, brach draussen langsam der Tag an. An diesem Morgen war Reine "grün", der anhaltende Regen hatte längst alle Schneeflecken weggeputzt. Aber auch an diesem Tag sollte uns der Regen die Freude am Fotografieren nicht verderben.
  • Im Verlaufe des Vormittags brachen wir auf zum südlich-gelegensten Dorf des Inselarchipels, zur Ortschaft Å (ausgesprochen "O"). Da findet man eine felsige Küstenlandschaft vor, sensationell zum Fotografieren. Und einmal mehr faszinierte uns die raue See: Die Wellen schlugen mit voller Wucht auf die Felsen, das Wasser schaumte und verwandelte sich in weissen Schaum. Ein wunderbarer Anblick, wir setzten uns einfach hin und schauten den Wasserbewegungen zu. Für eine kurze Zeit regnete es nicht.
  • Den Nachmittag und Abend verbrachten wir mit gemütlichem Sein in unserem Fischerhüttchen in Reine. Zeit, um endlich die ersten Fotos auf eine Harddisk zu speichern und zu begutachten.
  • Auch dieser Abend endete mit dem Nordlichter-Check: Nichts ausser dicke Wolken und Nebel!
Die Ortschaft Å ist der südlichst-gelegene Punkt der Lofoten
Die Ortschaft Å ist der südlichst-gelegene, mit dem Auto befahrbare Punkt der Lofoten

Mittwoch

Tag 5

  • Überraschung: Reine präsentierte sich zu Tagesbeginb im Winterkleid! 10 bis 20cm Neuschnee lag draussen auf dem Balkon, und für einmal weder Regen noch Schneefall. Trocken! Frühstück war kein Thema, wir packten zügig unsere Koffer (wir checkten aus) und unsere Fotoausrüstung und los ging es!
  • Auf dem Programm stand eine gemütliche Fahrt von Reine nach Leknes, gemäss Routenplaner würde die Fahrt ca. 1 Stunde dauern. Unterwegs legten wir wieder zahlreiche Fotostopps an den Stränden von Fredvang, Ramberg und Flakstad ein, entsprechend hatten wir ein ausgefülltes Programm.
  • Am späteren Nachmittag checkten wir im "Hotel" Svinøya Rorbuer ein. Es handelt sich bei dieser Unterkunft mehr um ein Appartement statt um ein Hotel. Die Wohnsiedlung ist sehr schön und modern. Der Besitzer Rolf kam am Abend vorbei, weiste uns kurz über die Anlage ein und blieb noch auf ein Bierchen. Im Gespräch erfuhren wir wie u.a. ein Immobilienkauf in Norwegen funktioniert und wie die Lofoten als Tourismusdestination derzeit aufstrebt - sehr spannend!
  • Polarlichter: Auch heute keine! Ich fuhr um Mitternacht bei starkem Schneefall extra zum Haukland-Beach in der Hoffnung, das schlechte Wetter würde sich für einen kurzen Moment verziehen!
Reine Lofoten Winter Schnee
Reine im Winterkleid

Donnerstag

Tag 6

  • Am Morgen hiess es wieder "Koffer packen". Wir verliessen Svinøya Rorbuer bereits wieder und verbrachten unseren letzten Tag auf den Lofoten, bevor es abends zurück nach Tromsø ging.
  • An diesem Tag stand ein Ausflug zum Haukland Beach und Uttakleiv Beach auf dem Programm. Durfte ich noch vor wenigen Monaten den Haukland Beach in voller Pracht in der Sommer-/Herbst-zeit erleben, fanden wir an diesem Tag einen verlassenen Strand bei trister Winterstimmung vor. Es kam zwar in keiner Weise "Strandgefühl" auf, aber aus fotografischer Sicht hat es schon was ganz besonderes, einen weissen Sandstrand mit türkisblauem Wasser umgeben von Schnee vorzufinden. Leider regnete es sehr stark, viel Zeit für aufwendige Aufnahmen blieb uns leider nicht.
  • Durch einen Tunnel gelangt man vom Haukland direkt zum Uttakleiv Beach. Im Gegensatz zum Haukland Beach, der ausschliesslich aus weissem Sand besteht, gleicht der Uttakleiv Beach mit seinen schwarzen Steinen einem einzigen Geröllfeld. Es war gar nicht so einfach, sich am Uttakleiv Beach zu bewegen, da die teils mit schneebedeckten Steine sehr rutschig waren.
  • Der Regen hielt an und es blieb draussen frisch, so entschieden wir uns für die "gemütliche Variante" und gingen in Leknes Pizza essen.
  • Gegen 17:00 Uhr gaben wir unseren Mietwagen am Flughafen Leknes ab.
  • Danach ging es per Inlandflug mit Widerøe Airlines zurück nach Tromsø. Die Flugzeit dauert lediglich eine Stunde.
  • Wir übernachteten für die letzten zwei Nächte im Radisson Blu, unweit vom Hurtigruten-Steg. Da auch heute keine Polarlichter am Himmel zu sehen waren, ruhte die Hoffnung auf der letzten Tromsø-Nacht!
Haukland Beach im Winter, Lofoten
Haukland Beach im Winter

Freitag

Tag 7

  • Für diesen Freitag in Tromsø planten wir einen Whale Watching Tour. Die Touranbieter "Tromsø Safari" informierten uns transparent bereits vor der Tourbuchung, dass die Wale bereits weitergezogen seien und man aktuelle keine Walbeobachtungen machen könne. Sie haben uns empfohlen, stattdessen die Tour "Tromsø Fjord Cruise" zu buchen.
  • Wir starteten am Morgen zu unserem "Fjord Cruise" (hier gehts zum Erlebnisbericht).
  • Rund fünf Stunde dauerte die Schifftour. Danach kehrten wir erst mal auf unsere Hotelzimmer zurück um uns etwas aufzuwärmen.
  • Am Abend stand bereits die nächste Tour auf dem Programm: Die "Aurora Safari" im Minibus. Letzte Gelegenheit, auf unserer Reise Polarlichter zu sehen und auf unseren Speicherkarten festzuhalten. Wir wurden vorgewarnt: Eine 100% Garantie Polarlichter zu sehen, gibt es nicht. Es war bereits Mitternacht, und damit begann mit dem Samstag der letzte Tag unserer kurzen Norwegenreise, bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir die Lichter noch nicht gesehen.
Tromsø Fjord Cruise
Tromsø Fjord Cruise

Samstag

Tag 8

  • Es war kurz nach Mitternacht, wir waren noch immer unterwegs auf der "Aurora Safari". Dann erhielt unser Tourguide einen Telefonanruf. Grundsätzlich wären ja die Polarlichter an den Polen zu sehen, natürlich variiert die Intensität, aber zwingende Voraussetzung ist eine wolkenfreie Sicht. Die Tourguides verfolgen daher weniger den "Polarlichter-Radar", sondern vielmehr den Wetterradar. Der Touroparater organisiert sich demzufolge so, dass mehrere Minibusse in verschiedene Richtungen ausschwärmen. Sobald ein Guide einen Standorte mit freier Sicht findet, informiert man sich gegenseitig. Und nun kam eben dieser Anruf: "Polarlichter in Sicht!". Der Tourguide wies den Fahrer unverzüglich an, den genannten Standort anzufahren. Während der Fahrt herrschte Totenstille im Minibus, alle Tourmitglieder starrten gespannt aus den Fenstern in den Nachthimmel. Und dann plötzlich waren sie über uns! Überall und sehr intensiv! Der Moment ist kaum in Worten zu fassen. Jedes Mal wenn ich daran denke, kriege ich Gänsehaut (Hier geht es zum Erlebnisbericht - In Bearbeitung).
  • Was für ein Abschluss einer einzigartigen, erlebnisreichen, unvergesslichen Woche! Müde, aber mit einer riesigen inneren Zufriedenheit und Freude, kehrten wir auf das Hotelzimmer zurück und legten uns für ein paar Stunden hin.
  • Am Samstagmorgen ging es nach einem gemütlichen Frühstück zurück an den Flughafen. Helvetic Airways flog uns heim nach Zürich. Im Flieger - bei einem kühlen Bier - setzte ich mir die Kopfhörer auf, startete meine Playlist "epische Soundtracks" und liess in Gedanken die erlebte Woche Revue passieren.
Polarlichter Nordlichter fotografieren
In der letzten Nacht: Endlich haben wir Polarlichter gesehen!

Fazit und Empfehlung


Wem lediglich eine Ferienwoche zur Verfügung steht und viel erleben will, für den eignet sich dieses Routing perfekt! Natürlich fühlte ich mich nach dieser Woche erholt, aber zugegeben: Wir waren stets auf Zack, nahezu rund um die Uhr unterwegs, am Erkunden, am Ausschauhalten nach Polarlichtern... kurzum, das waren "Aktivferien"! Obschon diese Ferienwoche bereits einige Monate zurück liegen, ist das Erlebte omnipräsent. Habe ich Bedarf unserem hektischen Alltag zu entfliehen, denke ich gerne an diese Woche zurück. Es genügt der Anblick eines Fotos um mich in die damalige Situation zurückzuversetzen und in Gedanken zu schwelgen. Selten erlebte ich eine Ferienwoche, die auf diese Weise nachhaltig in Erinnerung blieb. Mein Fazit fällt daher kurz aus: Wenn du ein naturverbundener Mensch bist, du dich nicht fragst "wie das Wetter ist", sondern "wie du die Schönheit dieser Landschaft im gegebenen Wetter erkennst" und wenn du Erkunder und Entdecker bist, dann tue es! Fahr auf die Lofoten, zieh dich witterungsbeständig an, setz dich irgendwo für eine Stunde hin und lass die Landschaft auf dich wirken! Du wirst unendlich Energie tanken und ein tolles Gefühl von innerer Zufriedenheit erleben. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wirst du vor deiner Heimreise etwas Wehmut spüren, ganz sicher wirst du wieder auf die Lofoten fahren wollen!

Erstellt: 11.10.2018 | Aktualisiert: 13.11.2018

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