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#2 Grundlagen Online-Fotokurs: Bewusst Fotografieren

kostenloser Fotokurs online - Lektion 2 - bewusst fotografieren

Was bedeutet bewusstes Fotografieren?


Diese Lektion 2 ist einfach, verständlich und kurz, meiner Meinung nach aber der Grundstein zu deinem Erfolg und wegweisend ob sich deine Fotos in Zukunft von der Masse abheben werden. Es geht hier nicht darum, wie gut du eine Kamera bedienen kannst oder wie gut dein Auge ein schöner Bildaufbau erkennt. Nein, es geht um eine "Routine" resp. um einen bestimmten Ablauf den du dir beim Fotografieren angewöhnen solltest. Was meine ich damit? Fotografie bedeutet nicht einfach mal drauflos knipsen und am Abend am Computer sich überraschen zu lassen, ob da gute Bilder darunter sind. Natürlich, auch beim wilden Drauflosknipsen werden bestimmt einige tolle Aufnahmen darunter sein, aber mit bewusstem Vorgehen hat das nichts zu tun, du überlässt die Fotografie dem Zufall.

Die Fotografie besteht bei mir aus 3 Bereichen:

  1. Die Vorbereitung - Eine Idee oder Vorstellung haben!
  2. Die Durchführung - Sich Gedanken machen wie das Foto umgesetzt werden soll!
  3. Die Nachbearbeitung - Das Foto fertig entwickeln und sich bei jedem Foto selbstkritisch fragen, ob ich etwas hätte besser machen  können!

1. Fotografie-Phase: Die Vorbereitung

Dazu zähle ich folgende Überlegungen, Gedanken, Aspekte:

  • Was will ich fotografieren? Wie will ich es fotografieren? Wie soll mein Bild am Schluss aussehen?
  • Beim Fotografieren im Auftrag: Was erwartet mein Auftraggeber vom finalen Bild? Was soll das Foto ausdrücken?
  • Welche Ausrüstung benötige ich um das Foto zu realisieren? Welche Vorbereitungen habe ich zu treffen?
  • Ist meine Ausrüstung einsatzbereit und funktional? Teste vor jedem Einsatz Akkus, Speicherkarten, Kameraeinstellungen etc.
  • Wie sind die Lichtverhältnisse, wie ist das Wetter am Aufnahmetag?
  • Beim Fotografieren von Menschen und Tieren: Wie wird sich mein "Model" verhalten? was mögen, was nicht mögen?
  • etc.

Diese Überlegungen sind längst nicht abschliessend. Ich will dir damit nur sagen, mach dir im Vorfeld Gedanken, wie dein finales Bild aussehen soll. Wenn du dir im Vorfeld diese Überlungen immer wieder konsequent machst, wirst einerseits viel Sicherheit gewinnen und andererseits zunehmend "in Bildern denken", weil du bereits vor der Aufnahme eine Vorstellung hast, wie das Bild final aussehen soll. Mit der Zeit fährst du z.B. mit dem Auto von Ortschaft A nach B und erkennst plötzlich schöne Fotosujets. Oder jemand erzählt von seinem Urlaub und du kannst dir Schilderungen über Landschaften oder Situationen bildlich in Gedanken vorstellen. Ich kann dir versichern, es fühlt sich toll an in Bildern zu denken, aber vorsichtig es macht süchtig... :-)

2. Fotografie-Phase: Die Durchführung

Dazu zählt Wissen über Bildaufbau, Kameraeinstellungen, einzusetzende Hilfsmittel etc. Ich halte mich hier ganz bewusst kurz, weil diese Themen nehmen wir ab Lektion 3 in Angriff. Sobald du dir das Wissen angeeignet hast, sollst du es auch bei der Durchführung bewusst anwenden. Für Landschaftsfotografen ein kleiner Tipp: Fotografiert ab Beginn konsequent mit einem Stativ! Man neigt weniger dazu, einfach mal abzudrücken, sondern muss zuerst stets die Kamera ausrichten, sich Gedanken machen wie man das Bild aufbauen will usw.

3. Fotografie-Phase: Die Nachbearbeitung

Auch zum Thema Nachbearbeitung gehen wir an dieser Stelle noch nicht ins Detail. Und obschon ich ein absoluter Fan der Software Lightroom von Adobe bin, sage ich hier ganz deutlich: Ihr müsst euch keine teure Software zusätzlich kaufen! Heute stellen alle Betriebs-systeme wie Windows oder iOS kostenlos Bildbearbeitungstools zur Verfügung, mit denen man die wichtigsten Korrekturen an einem Bild umsetzen kann. Ich würde mal behaupten, in den meisten Fällen genügt eine kleine Korrektur des Bildaufbaus, sprich man schneidet das Foto passend zu. Macht man zudem noch Gebrauch von den Schiebereglern "Belichtung" und "Kontrast" kann man ein Foto ausreichend fertigstellen. Auch in dieser Phase werden wir selbstverständlich bewusst vorgehen und das Foto nach unseren Vorstellungen entwickeln.

Die Lernkontrolle


Aufgabe:

In dieser Lektion habe ich ausser im Titelbild kein einzige Foto gezeigt - ganz bewusst. Das Thema lautet ja "bewusst fotografieren". Nun bist du dran! Aufgabenstellung: Wähle unten eine der drei Szenen aus, schliesse für einen kurzen Moment die Augen und stelle dir ein Bild oder eine Situation vor. Berücksichtige Überlegungen wie oben in der Fotografie-Phase 1 "Vorbereitung" erwähnt (z.B. wie ist das Wetter? was dominiert im Bild? etc.)

 

Szenen:

  • Bergkette mit Sonnenuntergang am Horizont
  • Sandstrand am Meer mit einem einsamen Boot
  • Strassenmusiker in einer Grossstadt

Lösung:

Es gibt kein Richtig und kein Falsch! Es zählt einzig, dass du dir die Überlegung gemacht hast, dass du eine Vorstellung hast. Und wetten, wenn du den Strassenmusiker in der Grossstadt gewählt hast,

  • warst du vermutlich in New York oder in Paris unterwegs
  • hattest seine Musik in den Ohren gehört
  • die vorbeifahrenden Autos auf der Strasse vor dir gesehen
  • irgendwelche Gebäude im Hintergrund vorgestellt
  • Passanten standen vor dem Musiker und hörten zu
  • und und und...

Gratulation, wenn bis hier hin gelesen hast, bist du ab heute ein Mensch der ab sofort "in Bildern denkt". Du bist nun bereit für den technischen Teil!

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