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Reisebericht: Lofoten im Sommer - Teil 2

Reisebericht: Die Lofoten im Sommer mit dem Hurtigruten-Postschiff und per Automietung

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Unsere Lofoten-Reise im Überblick


Übersicht und Reiseetappen

 

Tag 1 - Tag 4

 

Tag 5

Mittwoch

  • Ausflug an den Unstad Beach
  • Weiterfahrt zum Haukland Beach
  • Wanderung auf den Mannen am Fusse des Himmeltinden (ab Haukland Beach)
  • Übernachtung in Ballstad

Tag 6

Donnerstag

  • Fahrt Ballstad - Andenes
  • Mehrere Stopps unterwegs
  • Whale Watching Tour am Abend (im Sommer sieht man Pottwale)
  • Übernachtung in Andenes

Tag 7

Freitag

  • Fahrt Andenes - Mefjordvær
  • Fähre Andenes - Gryllefjord
  • Traumhafte Fahrt entlang der Küste der Insel Hamn i Senja
  • Kurz-Wanderung auf den Knuten (ab Mefjordvaer)

Tag 8

Samstag

  • Fahrt Mefjordvær nach Tromsø
  • Diverse Stopps unterwegs
  • Nachmittagsspaziergang durch Tromsø
  • Abend: Heimflug Tromsø - Zürich

Tag 5: Wanderung auf den Mannen


Unstad Beach

Wir starteten früh morgens, unser Ziel war der rund 400m.ü.M. gelegene Berg "Mannen" am Fusse des Himmeltinden. Bevor wir aber in der Wandermodus schalteten, erkdundeten wir noch den Strand von Unstad. Dieser soll bekannt sein für Surfer. Als wir ankamen fanden wir ausser einem Wohnmobil einen verlassenen Strand vor. Umso mehr genossen wir es, ein paar Meter am Beach zu gehen und einige Fotos zu machen.


Haukland Stranda Beach Lofoten Wanderung Mannen Himmeltinden
Der traumhafte Haukland-Beach auf den Lofoten. Die Bergspitze in der Bildmitte ist der "Mannen", unser Wanderziel.

Haukland Beach

Weit mehr als auf den Unstad Beach waren wir gemäss Vorberichten und Recherchen in Reiseführern auf den Haukland Beach gespannt. Er soll zu den schönsten Stränden auf den Lofoten gehören! Bis dorthin war einmal mehr eine kurvenreiche Anfahrt angesagt. Kaum hatten wir die letzte lange Rechtskurve gezogen und den ersten Blick auf den Strand erhascht waren wir überzeugt: Ja, das muss er sein, der schönste Strand auf den Lofoten (wenn nicht gar weltweit!). Sofort rechts anhalten und Fotos schiessen!

Nachtrag im Januar 2019: Der Haukland Beach zieht mich magisch an. Bereits zum dritten mal bin ich nun auf die Lofoten gefahren, zweimal davon im Winter mit nur einem Ziel: Polarlichter über dem Mannen mit dem Haukland Beach im Vordergrund zu fotografieren. Auf meiner letzten Lofotenreise im Winter ist mir dies gelungen. Hier geht es zum Reisebericht.


Haukland Beach Stranda Himmeltinden Mannen
Wanderung Wandertour auf den Mannen Lofoten Haukland Beach
Aussicht vom "Mannen" auf den Haukland Beach

Wanderung auf den Mannen, am Fusse des Himmeltinden

Unser Tagesziel heute war die Wanderung auf den Mannen. Dieser liegt rund 400 m.ü.M. am Fusse des Himmeltinden. Der höchste Punkt ist in einer guten Stunde zu Fuss erreichbar. Wie alle Berge auf den Lofoten geht es auch zum Mannen relativ steil bergauf. Man kommt durchaus ins Schwitzen beim Hochgehen, kühlt hingegen rasch wieder ab auf der Spitze wenn man dem frischen Wind ausgesetzt ist. Da hilft nur ein Rezept: Das Zwiebelschalenprinzip! (P.S.: Dieses Prinzip wenden übrigens viele Leute falsch an, beim Loslaufen sollte man immer nur so viel Bekleidung tragen, dass man gar leicht friert, der Körper wärmt sich beim Gehen rasch auf, sobald oben angekommen oder in Pausen soll man sich warm anziehen).

Hat man den Aufstieg gemeistert, wird man mit einer fantastischen Aussicht auf den Haukland Stranda und die umliegenden Berge belohnt! An dieses Bild wird man sich ein Leben lang erinnern! Hätte ich mehr Aufenthaltszeit auf den Lofoten gehabt, so wäre ich wohl noch ein paar weitere Berge hochgewandert, aber wir werden ganz bestimmt zurückkehren.


Tag 6: Whale Watching in Andenes


Von Ballstad nach Andenes: Immer wieder traumhafte Landschafts-Szenen
Von Ballstad nach Andenes: Immer wieder traumhafte Landschafts-Szenen

Fahrt von Ballstad nach Andenes

Die reine Fahrzeit von Ballstad nach Andenes wird mit rund 4 Stunden und 20 Minuten angegeben. Es empfiehlt sich unterwegs ein paar Pausen einzulegen, man trifft regelmässig Parkplätze und -nischen an wo man verweilen und die Landschaft geniessen kann. Die Landschaft unterwegs ist sehr abwechslungsreich und fotogen. Fotografen finden hier zahlreiche schöne Sujets an. Auf diese Fahrt möchte ich nicht näher eingehen, nicht weil sie nicht schön war (das Gegenteil ist der Fall!), sondern wir wollten einfach zügig vorwärtskommen und fuhren mehrheitlich durch, um am späteren Nachmittag noch an einer Whale Watching Tour in Andenes teilnehmen zu können.

Andenes

Andenes ist ein weiteres kleines, überschaubares Dörfchen im Norden auf den Lofoten und der Hauptort der Komune Andøy. Bekannt ist es einerseits für seine Wal-Safaris, andererseits als Abgangspunkt der Fähre nach Hamn i Senja. Nach meinem Geschmack würde diese Ortschaft keinen Schönheitspreis gewinnen, jedoch die angesprochenen und unten weiter ausgeführten Whale-Watching Touren sind einzigartig. Als schönes Fotosujet in Andenes eignet sich durchaus der Leuchtturm im Hafen.


Whale-Watching Tour von Sea-Safari in Andenes Lofoten Norwegen
Whale-Watching Tour von Sea-Safari, Andenes

Whale Watching by Sea-safari

Der wahre Grund für unseren Stopp in Andenes war die Wal-Safari. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Je nach Saison sieht man hier unterschiedliche Wale. In den Sommermonaten fühlen sich hier vor allem Pottwale ("Sperm Whale") wohl. Diese spüren ihre Lieblingsmahlzeit - Tintenfische - in den rund 1'000m tiefen Gewässern vor der Küste auf. Im Winter tummeln sich hier Orcas ("Killerwale").

Wir haben uns für den Anbieter "Sea Safari" entschieden. Bestimmt ist der alternative Anbieter "Whalesafari" gleichermassen empfehlenswert. Zu unserer Reisezeit bot jedoch Sea-Safari eine Nachmittagstour an, welche für uns zeitlich optimal passte. Der Service dieses Anbieters ist perfekt! Man "checkt ein" und wird dann in einem Schulungsraum mittels Video, Bildern und Infotafeln in die Welt der Wale eingeführt. Dies erfolgte in den Sprachen norwegisch und englisch. Unser "Captain" stammte aus Deutschland, entsprechend informierte er uns auch auf deutsch. Nach der Einweisung und der Gelegenheit, nochmals warme Getränke zu konsumieren, ging es in den Umkleideraum. Dort wurde man mit extrem dicken "Schutzanzügen" ausgestattet, welche Wind und Wasser abhielten. In den Sommermonaten reicht es grundsätzlich aus, wenn man darunter "normale" Bekleidung wie Jeans und einen Pullover mit leichter Jacke trägt, der Schutzanzug wärmt zusätzlich auf. Handschuhe und warme Mütze empfehle ich aber in jedem Fall mitzunehmen, auf offener See kann es schon ganz schön windig und frisch sein.

Dann führte ich nochmals einen letzten Kamera-Check durch: Ersatzakkus, Ersatz-speicherkarten und einen wasserfesten Plastikbeutel für die Bootsfahrt (wobei es spritzt erstaunlich wenig auf dem Boot) waren die wichtigsten Prüfpunkte.

Dann ging es los, rund eine Stunde brauste unser Captain Ronny über das Meer, bis er offenbar eine Stelle erreichte, wo er Pottwale zu letzt gesehen hatte. Er wies alle Teilnehmer an, aufmerksam Ausschau nach den typischen Wasserfontänen der Wale zu halten. Unsere scharfen Blicke scannten über die Meeresoberfläche. Dann entdeckte Ronny etwas und pfeilte unser Boot zielgenau zum Spot. Ronny liess die Motoren des Boots nur bis zu einer gewissen Distanz zu den Tieren laufen, danach lies er sich leise und gekonnt mit dem Wellengang an die Wale heran driften. Ich hatte mein Teleobjektiv mit 300mm Brennweite aufgesetzt, wir kamen den Walen so nahe, dass ich nicht mal die gesamte Brennweite ausschöpfen musste! Es war ein wunderbares Erlebnis, diese grossen Pottwale so greifbar nahe zu erleben. Der Anblick, wenn der Pottwal für 15-20 Minuten abtaucht und dazu seine Flosse elegant durch die Luft schwingt, sieht einfach majestätisch aus!

Diese Tour kann man gar nicht weiter in Worte fassen, man muss es mit eigenen Augen gesehen haben! Insgesamt waren wir wohl ca. 4-5 Stunden auf See, bei mir fühlte es sich an wie wenige Minuten...

Bei einer nächsten Lofotenreise würde ich einzig etwas anders machen: Mehr Zeit einplanen, damit ich diese Tour 3-4 mal wiederholen könnte.


Tag 7: Mefjordvær


Mit der Fähre von Andenes nach Gryllefjord
Mit der Fähre von Andenes nach Gryllefjord - Tipp, wie man günstigerfährt!

Fähre von Andenes nach Gryllefjord

Die Fähre von Andenes nach Gryllefjord ist in den wärmeren Monaten zwischen dem 28. Mai und dem 29. August in Betrieb (ohne Gewähr, bitte Fahrpläne nachlesen). Am besten löst man das Ticket direkt über das App "Troms Mobillett" und spart dabei 30% zum Preis, den man auf dem Schiff bezahlen würde. Aufgepasst: Löst das Ticket erst ca. 30min vor der planmässigen Abfahrt der Fähre! Beim Lösen des Tickets startet ein 2-stündiger Countdown, ist die Zeit abgelaufen, verfällt das Ticket wertlos und wird nicht zurückerstattet! Es kann durchaus vorkommen, dass bei Ankunft am Fährterminal die Warteschlange zu lange ist und man auf die nächste Fähre ausweichen muss.

App Troms Mobillett (Android-Link)

App Troms Mobillett (iOS-Link)

Sobald man mit dem Auto die Fähre befahren hat, hat man die Möglichkeit im warmen Aufenthaltsraum oder auf Deck an der frischen (windigen-kalten) Luft die Fahrt zu geniessen. Die Fähren verfügen über Toiletten und Kaffeeautomaten. Während der Fahrt zeigt man der Ticket-Kontrolle sein "Troms Mobillett" und erhält dafür ein Ausfahrticket, welches beim Verlassen der Fähre gezeigt werden muss.


Das kleine Fischerdorf Mefjordvær / Hamn i Senja / Norwegen
Das kleine Fischerdorf Mefjordvær

Mefjordvær: Das kleine Fischerdorf

Mit dem letzten Tropfen Benzin erreichten wir Senjahopen, ein Dorf vor unserem eigentlichen Ziel Mefjordvær. Dort tankten wir unseren Wagen auf. Bei längeren Fahrten lohnt es sich durchaus auf einer Karte zu prüfen, wo die nächsten Tankstellen liegen resp. regelmässig nachzufüllen.

Wir buchten uns ein Zimmer im Hotel Mefjord Brygge, einem einfachen Hotel mit gemütlichem Speisesaal. Im Allgemeinen waren die Restaurants auf den Lofoten äusserst gemütlich und liebevoll eingerichtet und erinnern mit den Fischerei-Dekorationen an frühere Zeiten, als die Fischer nach getaner Arbeit noch zurück in die Häfen kehrten. So war auch dieser Speisesaal wunderschön dekoriert. Mefjordvær liegt geschützt durch einen Steinwall im Fjord eingebettet. Sofern verfügbar raten wir ein Apartment zu buchen. In den Wintermonaten werden hier Whale Watching Touren angeboten. Beliebt und bekannt sind auch Fischertouren ab Mefjordvær.


Der Hausberg von Mefjordvær: Der "Knuten" / Lofoten Norwegen
Der Hausberg von Mefjordvær: Der "Knuten"

Wanderung auf den Knuten

Zu unserer Reisezeit im August wurden keine Whale Watching Touren angeboten, nach Angeln hatten wir weniger Interesse, also erkundigten wir uns nach einer kurzen Wanderung. Uns wurde der Hausberg "Knuten" empfohlen. Hin und zurück ist ungefähr eine Stunde einzuplanen. Der Aufstieg ist sehr einfach, wenig anspruchsvoll und sofern man den Weg nicht verlässt besteht auch keine Absturzgefahr. Wir packten ein paar Sandwiches, etwas Salziges und eine Flasche Rotwein in unseren Rucksack ein und genossen einen gemütlichen Apéro auf dem Knuten bei herrlichem Ausblick. Der Knuten eignet sich garantiert auch im Winter als perfekter Aussichtspunkt und ebenso als Fotostandort, um die verschneite Fjordlandschaft mit Polarlichtern abzulichten.


Tag 8: Zurück nach Tromsø


Unterwegs von Mefjordvær nach Tromø, Lofoten
Unterwegs von Mefjordvær nach Tromø

Fähre und verlassene Landschaften

Bereits Tag 8! Die Rückkehr von Mefjordvær an den Flughafen von Tromsø stand (leider) auf dem Programm. Wir genossen nochmals in vollen Zügen jeden Zentimter Fahrt dorthin, hielten bei der einen oder anderen Ausfahrstelle an um nochmals ein paar Fotos zu schiessen und frische Norwegenluft einzuatmen. In den Sommermonaten erreicht man Tromsø ab Mefjordfvær in ca. 2 Stunden, dazu nutzt man die Fähre zwischen Botnhamn und Brensholmen. In den Wintermonaten ist der Fährbetrieb eingestellt und man hat die Fjorde zu umfahren, dies dauert rund 3.5 Stunden (bei optimalen Strassenverhältnissen).

Etwas früher als geplant erreichten wir Tromsø, genügend Zeit um nochmals einwenig durch die Stadt zu schlendern sowie Kaffee mit Kuchen zu geniessen. Danach hiess es definitv Abschied zu nehmen von Norwegen. Am Flughafen gaben wir unser Mietauto ab (Wagen hinstellen und Schlüssel in die Box des Anbieters werfen). Check-in, Boarding, take off und bye-bye Tromsø.


Fazit Reiseverlauf

Wie im Teil 1 des Lofotenberichts erläutert dauerte unsere Reise bewusst nur eine Woche. Wir wollten die Lofoten mal erleben, uns ein Bild machen von Klima, Strassen, Lebensweise, Kosten etc. um eine Folgereise kundiger und gezielter angehen zu können. Ganz allgemein kann ich an dieser Stelle unseren Reiseverlauf weiterempfehlen. Heute würde ich eine Nacht in Reine einplanen, dafür eine Nacht weniger in Ballstad übernachten. Aber insgesamt passte der Verlauf perfekt. Reisende im Winter beachten bitte, dass die Fähren nicht fahren, dies hat deutliche Auswirkungen auf das Routing, welches dann etwas umgestellt werden muss. Wir werden wieder auf die Lofoten reisen, das nächste Mal im Winter! (Bemerkung April 2019: Zwischenzeitlich war ich zweimal im Winter auf den Lofoten, meine Erfahrungen habe ich im Reisebericht "Lofoten im Winter" zusammengefasst.


Deine Erfahrungen?


Welche Erfahrungen hast du auf den Lofoten gemacht? Welches sind deine Lieblingsorte? Was kannst du uns empfehlen? Oder hast du weitere Fragen an mich? Schreibe deine Anregungen bitte in die Kommentare unten. Herzlichen Dank!

Reisebericht "Lofoten im Winter"

Hier geht es zum Reisebericht "Lofoten im Winter"

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Kommentare: 1
  • #1

    Regula Donatsch (Freitag, 20 April 2018 09:38)

    Guten Tag Herr Peer
    mit Freude und Begeisterung lass ich Ihren Reisebericht. Wir planen für den Juli zwei Wochen Norwegen ab Tromsö mit unseren 2 Kindern (13 und 15 Jahre). Ich erlaube mir ein paar Fragen zu stellen, da ich im Schlussspurt der Buchung bin: Sind die Strassen auf den Lofoten auch für Camper Neulinge einfach zu befahren? Sind zwei Wochen zu lang für die Lofoten - wir würden gerne auch Biken und Wandern? Besten Dank im voraus für alles - Lieber Gruss aus Graubünden Regula Donatsch

Fotograf / Hochzeitsfotograf Remo Peer aus Inwil, Luzern:  Ich biete professionelle Fotografie mit top Ausrüstung (Canon 5D Mark II Body, diverse L-Objektive und Zubehör). Kreativ in der Bildgestaltung, leidenschaftlich bei der Sache, transparent und vern

Remo Peer | 6343 Holzhäusern ZG
Email | www.fotoremo.ch

 

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