· 

Wie fotografiert man Sonnenauf- und untergänge

Sonnenaufgang fotografiert in Nottwil am Sempachersee Luzern

Zur Vorgeschichte

Morgens, wenn ich mit dem Zug von Luzern nach Bern fahre, werde ich je nach Jahreszeit Zeuge von traumhaften Sonnenaufgängen am Sempachersee. Nebelschwaden über dem See, welche sich einzigartig im Licht spiegeln, erzeugen mystische Stimmungen. Der Fall ist klar: Eine solche Lichtstimmung muss fotografiert werden! Aber was gibt es zu berücksichtigen bei der Fotografie, welche Kameraeinstellungen sollen gewählt werden? Ich entschloss ich mich damals mit dem Auto nach Sursee zu fahren und ausnahmsweise dort dem Zug zuzusteigen. Nachfolgend beschreibe ich mein Vorgehen:

Sonnenaufgang Fotografieren - Wie geht man vor?

Regel 1 - sich vorbereiten:

Eigentlich wie immer bei der Fotografie beginnen gute Fotos mit der Vorbereitung. Die erste Frage ist, wann geht die Sonne überhaupt auf resp. abends wann unter? Es braucht keine Spezialprogramme, um diese Frage zu beantworten. In Apple's Wetter App oder auch in den Meteoberichten der Zeitungen steht der Zeitpunkt geschrieben. Die zweite zentrale Frage lautet: Wo kommt der Sonnenaufgang oder -untergang gut zur Geltung. Dazu kann man Landkarten studieren, was aber eher aufwändig ist und in der Realität von der Erwartung abweichen kann. Deshalb mein Vorschlag: Ausprobieren und auf Erfahrungen zurückgreifen. Ist der Fotostandort bekannt, lohnt sich ein Blick auf die Karte dennoch: Es gibt Fragen zu klären wie: Wie laufe ich diesen Standort an? gibt es in unmittelbarer Nähe andere gute Standorte? etc.

Regel 2 - sich Zeit nehmen:

Grösster Fehler vieler Sunrise- und Sunset-Fotografen ist, dass sie zu knapp zum Zeitpunkt des Geschehens anrauschen! Eigentlich schade, wer die "Goldene Stunde" (die Stunde vor dem Sonnenaufgang) resp. die "Blaue Stunde" (die Stunde nach dem Sonnenuntergang) kennt, weiss um die faszinierenden Lichtstimmungen in diesen Zeitfenstern. Also nehmt euch Zeit, seid eine Stunde früher am Fotostandort, richtet euer Stativ ein, erkundet weitere Standorte, macht euch Gedanken zu Vordergrundmotiven und falls ihr gar nichts mehr zu tun habt: Setzt euch einfach hin und geniesst die Stimmung! Fotografie ist für mich Meditation, u.a. genau in solchen Momenten trifft das zu!

Regel 3 - Stativ einsetzen und abblenden auf Blende f/8:

Weshalb ein Stativ einsetzen? Natürlich würde das Licht ausreichen um aus der Hand zu fotografieren. Falls die Verschlusszeiten zu lange werden, könnte man noch die ISO-Werte hochschrauben. Meine Empfehlung geht in eine andere Richtung: Ich bin überzeugt, wer ein Stativ einsetzt fotografiert bewusster resp. setzt sich bewusster mit dem Bildaufbau auseinander.

Zu den Kameraeinstellungen: Ich wähle den AV-Modus (Zeitautomatik), d.h. ich gebe den Blendenwert vor und meine Kamera rechnet dann die Verschlusszeit automatisch. Üblicherweise starte ich bei Blende f/8.0, evtl. korrigiere ich nach bis f/11. Den ISO-Wert lege ich zu Beginn bei 100 fest. Sollten die Verschlusszeiten zu lange sein, kann der ISO-Wert erhöht werden. Erscheinen meine Fotos auf dem Kameradisplay zu hell, kann man die EV-Belichtungskorrektur erhöhen. Die Auslösung erfolgt mit dem Fernauslöser oder mit der 2 Sekunden Verzögerung.

Regel 4 - Grauverlaufsfilter einsetzen

Dieser hilft die hellen Lichter im Himmel unter Kontrolle zu bringen. Alternativ kann der Himmel in der Nachbearbeitung mittels Lightroom einfach korrigiert werden, indem man einen Verlaufsfilter über den Himmel einsetzt und den Inhalt "abdunkelt".

Kommentar schreiben

Kommentare: 0